Zelte: Erfahrungsberichte und Tests

In diesem Artikel wollen wir eine Auswahl an Outdoor-tauglichen Zelten vorstellen, die wir selbst beim Trekking und Wandern im Einsatz hatten. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, der Kernpunkt ist natürlich immer der Gewichts-Größen Trade-Off. Grundvoraussetzung sind auf jeden Fall auch eine hohe Robustheit und Wetterfestigkeit, sonst steht im schlimmsten Fall eine stürmische und kalte Nacht ohne Schutz vor Regen oder Schnee bevor.

Diese Zelte haben wir bereits auf unterschiedlichen Touren verwendet:

Tatonka Narvik 3

Tatonka Narvik 3

  • Tunnelzelt
  • Gewicht: 3,35 kg
  • Personen: 3
  • Liegefläche: 220 x 165 cm
  • Innenhöhe: 110 cm

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Tatonka Narvik 3 im Starkregen auf Teneriffa.

Tatonka Narvik 3 im Starkregen auf Teneriffa.

Mittlerweile unser Standardzelt. Packmaß und Gewicht sind wohl so klein, wie es bei einem qualitativen Dreipersonenzelt noch gerade möglich ist. Gleichzeitig ist Wetterfestigkeit gewährleistet und wir können guten Gewissens sagen, dass es Hagel, starken schottischen Regen und Sturm problemlos übersteht. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass bei einer Belegung mit drei Personen Kontakt mit den Wänden nicht ganz vermieden werden kann, was bei Regen dazu führt, dass die Schlafsäcke der außen Liegenden stellenweise feucht werden, insbesondere an den Füßen, wo das Zelt schmaler zusammenläuft.

Mit drei Personen ist auf jeden Fall eine optimale Platzausnutzung gewährleistet, manche würden vielleicht sagen, es ist eng: Der Boden ist vollständig gepflastert mit Matten, die sich am Fußende teilweise überlappen, aber der Schlafkomfort wird dadurch nicht beeinträchtigt. Ein paar kleinere Sachen passen auch noch ans Kopfende und in die Seitentaschen, ansonsten finden die Rucksäcke im Vorzelt ausreichend Platz. Einigermaßen aufrecht sitzen kann man nur im vorderen Drittel, da die Deckenhöhe nach hinten abnimmt.

Trotz alledem ist das Narvik für uns die prakitkabelste Zeltlösung, da es eben extrem gewichts- und platzsparend im Rucksack transportiert werden kann, sehr leicht und schnell auf- und abgebaut ist und immer noch genügend Komfort bietet, um darin mehrere Wochen zu leben.

Tatonka Narvik 3 in der schwedischen Wildnis.

Tatonka Narvik 3 in der schwedischen Wildnis.

Vaude Taurus 3P

Vaude Taurus 3P

  • Geodät
  • Gewicht: 2,5 kg
  • Personen: offiziell 3, de facto 2
  • Liegefläche: 230 x 160 cm
  • Innenhöhe: 95 cm

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Vaude Taurus 3P in den Schweizer Alpen.

Vaude Taurus 3P in den Schweizer Alpen.

Winteridylle mit dem Vaude Taurus 3P.

Winteridylle mit dem Vaude Taurus 3P.

Das Vaude Taurus ist ein noch kleineres Dreipersonenzelt als das Narvik 3 und aus diesem Grund vermutlich zu dritt nicht wirklich angenehm nutzbar. Bisher haben wir es deshalb nur zu zweit verwendet, wofür es definitiv geräumig genug ist, und auch das Vorzelt reicht für Gepäck vollkommen. Sitzen ist allerdings nur gebückt möglich. Sehr positiv sind aber natürlich Gewicht und Packmaß.
Die Konstruktion des Zelts ist ausgefallen mit einer Längs- und einer Querstange. Es wirkt sehr stabil und wird vermutlich auch stärkeren Stürmen trotzen können, Erfahrungswerte können wir dazu allerdings noch nicht angeben.

Eureka! Solitaire

Eureka! Solitaire

  • Tunnelzelt
  • Gewicht: 1,3 kg
  • Personen: 1
  • Liegefläche: 230 x 90 cm
  • Innenhöhe: 70 cm

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Das Eureka Solitaire im Yosemite mit aufgeklapptem Außenzelt.

Das Eureka Solitaire im Yosemite mit aufgeklapptem Außenzelt.

Ein leichtes und sehr platzsparend zu transportierendes Einpersonenzelt. Die Stangen bestehen lediglich aus Fiberglas, zumindest im Windschatten eines größeren Zeltes hat das Eureka! Solitaire jedoch erprobtermaßen isländischem Wetter (Sturm, Regen) standgehalten. Auf- und Abbau gehen schnell und unkompliziert. Das Außenzelt kann weggeklappt werden, um durch das Moskitonetz den Blick auf die Sterne genießen zu können.

Der Platz innen reicht zum Liegen, nicht jedoch zum Hocken, d.h. für Aktivitäten wie Essen oder Umziehen ist es nicht sonderlich komfortabel. Ein Nachteil ist mangelnder Platz für das Backpack: Über ein Vorzelt verfügt das Solitaire nicht; wenn man klein genug ist kann man den Rucksack ganz gut neben sich quetschen, aber am einfachsten ist es, das Gepäck in ein größeres Zelt oder nach draußen auszulagern. Letzteres ist natürlich nur bei trockenem Wetter zu empfehlen.
Generell ist dieses Zelt aufgrund des sehr begrenzten Innenraumes eher für den Sommer zu empfehlen, doch es hat wie gesagt auch in Island seinen Zweck erfüllt. Ohne ein zusätzliches größeres Zelt dabei gäbe es bei Regen aber doch einen gewissen Komfortmangel.
Dennoch, für ein Einpersonenzelt sehr solide und aufgrund des Gewichts gut zum Trekking geeignet zum Einsteigerpreis von unter 100 Euro.

Der Nachfolger, das Solitaire Aluminium, verfügt über stabilere Aluminiumstangen bei geringfügig höherem Gewicht.

Hilleberg Keron 2

Hilleberg Keron 2

  • Tunnelzelt
  • Gewicht: 3,5 kg
  • Personen: 2
  • Liegefläche: 220 x 130 cm
  • Innenhöhe: 95 cm

Das Eureka Solitaire und das Hilleberg Keron 2 im Größenvergleich.

Das Eureka Solitaire und das Hilleberg Keron 2 im Größenvergleich.

Ebenfalls erprobt in isländischen Stürmen, ist diese Hilleberg-Festung für den Outdoor-Einsatz auf jeden Fall zu empfehlen. Innen ist es für zwei Personen sehr geräumig, sodass man auch zu dritt noch bequem sitzen kann, und die Vorzelte an beiden Seiten bieten genug Platz für Gepäck und zum Kochen. Das Auf- und Abbauen ist unproblematisch, aber dauert wegen der drei Stangen vielleicht minimal länger als bei anderen kleineren Zelten. Das Gewicht liegt noch im tolerablen Bereich und schließlich bekommt man dafür ja auch einen Mehrwert an Platz und stabilem Material. Ein Vorteil ist auch, dass das Zelt eingepackt eine längliche Form annimmt, sodass es wie eine Matte außen am Rucksack getragen werden kann und innen keinen Platz verbraucht.

Das Hilleberg Keron 2 vor dem Langjökull Gletscher in Island.

Das Hilleberg Keron 2 vor dem Langjökull Gletscher in Island.

Ein Kommentar

  • Helga Bölling 19. Juni 2016 Antworten

    Guten Tag,

    ein sehr schön zu lesender Blog mit detailreichen Einblicken. Leider findet man bis jetzt keine Beiträge zu Trekkingtouren, sondern ausschließlich Ausrüstungsthemen.
    Ich gehe aber davon aus, dass sich das noch ändern wird und bleibe voller Hoffnung, dass ich hier noch einiges lerne, bevor ich meine erste große Trekkingtour in den Nachbarort unternehme.
    Ich könnte allerdings ausrasten, weil die einzelnen Zelte nicht zu namenhaften Händlerseiten verlinkt sind; auf diese Art und Weise muss ich ja ewig im Internet suchen oder ich müsste gar das Haus verlassen und zu einem Offline-Händler gehen, der mir dann womöglich auch noch KEINEN Rucksack andrehen möchte, obwohl ich gar KEINEN haben möchte.
    Bezüglich der Zelte fände ich es gut, wenn Sie einen Eindruck von der Qualität der verwendeten Materialien in Bezug auf Geruch (möglicherweise durch Schadstoffe) geben könnten, denn ich komme aus der Industrie und weiß, dass dort einige gesundheitsschädliche Stoffe eingesetzt werden. Und wenn Blogger mit einer großen Reichweite so etwas im Internet aufdecken, dann bleibt nicht alles so wie es ist und die Produkte werden im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses auf Zack gebracht.
    Ich hoffe, Sie nehmen sich meine Kritik – die ja überwiegend positiv ist – zu Herzen. Weiterhin viel Spaß beim Trekken und Bloggen!!!

    Hochachtungsvoll

    Helga

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