Wasseraufbereitung auf einer Trekkingtour

Besonders wichtig auf ausgedehnten Wander- und Trekkingtouren ist eine ausreichende Trinkwasserversorgung. Hier klären wir, wie man in der Wildnis sicher an Trinkwasser gelangen kann. Um der unangenehmen Situation einer Wasserknappheit vorzubeugen sollte schon bei der Routenplanung darauf geachtet werden, dass in regelmäßigen Abständen Gewässer gekreuzt werden, an denen die Wasservorräte aufgefüllt werden können. Man sollte seinen persönlichen Wasserbedarf kennen um stets soviel Wasser dabei zu haben, dass die nächste sichere Wasserstelle erreicht werden kann. Nur bedingt kann man sich auf in Karten eingezeichnete Flüsse verlassen, da diese je nach Jahreszeit ausgetrocknet sein können.

Trinkwasser finden

Jetzt wirklich drin: Iceland Spring.

Jetzt wirklich drin: Iceland Spring.

Es stellt sich die Frage, von welchen Gewässern das Wasser trinkbar ist. Grundsätzlich gilt: Vor einer Reise sollte man sich informieren, ob das Wasser im Zielgebiet genießbar ist. Beispielsweise in Nordamerika kommt in natürlichen Gewässern der Parasit Giardia vor, weshalb dort das Wasser stets entkeimt werden sollte. In Nordeuropa (Schweden, Norwegen, Island, Schottland) hatten wir dagegen nie Probleme, ungefiltertes Wasser zu trinken. Man sollte lediglich darauf achten

  • Wasser möglichst oberhalb von Tieren und Siedlungen zu entnehmen,
  • klares fließendes Wasser stehendem oder gar trübem Wasser vorzuziehen,
  • und dass Gewässer in einsamen Gebieten generell besser sind als solche in der Nähe von Siedlungen.

Wasserentkeimung

Wasserentkeimung mit Keramikfilter in Kalifornien.

Wasserentkeimung mit Keramikfilter in Kalifornien.

Wer dennoch auf Nummer Sicher gehen möchte, kann das Wasser entkeimen. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren:

Die einfachste Möglichkeit besteht darin das Wasser abzukochen. Wegen des hohen Gasverbrauchs und Zeitaufwands ist dies aber nicht zu empfehlen. Stattdessen können Chlortabletten eingesetzt werden (zum Beispiel bei Amazon). Nachteil dieser Variante ist der schlechte Geschmack, außerdem müssen die Tabletten je nach Einsatzzweck 30 Minuten bis mehrere Stunden einwirken. Mit höheren Investitionskosten verbunden sind UV-Filter und Keramikfilter, dafür praktischer im Gebrauch und geschmacksneutral.

Behältnis

Nicht hilfreich: eingefrorener Wassersack.

Nicht mehr hilfreich: eingefrorener Wassersack.

Für größere Wassermengen sind Wassersäcke besonders gut geeignet. Sie brauchen weniger Platz als mehrere einzelne Flaschen, zudem kann oftmals ein praktischer Trinkschlauch angeschlossen werden. Nettes Extra: Wählt man ein dunkelfarbiges Modell kann der Wassersack sogar zum Schnee-Schmelzen eingesetzt werden, sofern die Sonne stark genug scheint.

Wir benutzen die 4-Liter-Variante des Wassersacks von Ortlieb (Ortlieb 2D-Wasserbeutel bei Globetrotter). Diesen Wassersack können wir grundsätzlich empfehlen, allerdings sollte man nach dem Kauf überprüfen, ob man nicht einen „Chemiesack“ erwischt hat. Bei unserem ersten Exemplar schmeckte das eingefüllte Wasser – auch nach mehrmaligem Ausspülen – derart nach Chemikalien, dass das Wasser nur in der allergrößten Not Anklang fand.

Wasserversorgung im Winter

Schnee schmelzen in den Alpen.

Schnee schmelzen in den Alpen.

Verlockend bei Wassermangel: Schnee essen.

Nur in geringen Mengen zu empfehlen: Schnee essen.

Bei frostigen Wintertouren steht man bei der Wasserversorgung dagegen vor ganz anderen Herausforderungen. Bei Touren im Schnee ist zumindest die Grundzutat reichlich vorhanden. Es ist allerdings weniger empfehlenswert Schnee direkt zu essen, da dabei dem Körper sehr viel Wärme entzogen wird (Das Schmelzen von Eis benötigt genauso viel Energie wie das Erhitzen von Wasser von 0 auf 80 Grad). Der Schnee sollte mit dem Kocher geschmolzen werden. Entsprechend viel Gas beziehungsweise Benzin muss auf einer Wintertour mitgeführt werden. Der Schmelzvorgang kann beschleunigt werden, indem der Schnee in den Topf gepresst und komprimiert wird. Da der geschmolzene Schnee keinerlei Mineralien enthält, kann man darüber nachdenken diese mittels entsprechender Tabletten hinzuzugeben. Für wenige Tage hatten wir allerdings auch ohne solche bisher keine Probleme. Um zu verhindern, dass das Wasser an der kalten Luft wieder gefriert, kann man es nah am Körper tragen und nachts mit in den Schlafsack nehmen.

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